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Visit - http://www.skiurlaub-in-tirol.de/ Historische Baustoffe nennt man solche
Baustoffe, die aus der Zeit etwa bis zum zweiten Weltkrieg, also aus früh- oder
sogar aus vorindustrieller Zeit stammen. Gelegentlich finden sich auch die
Begriffe antike Baustoffe oder auch antike Baumaterialien. Die historischen
Baustoffe wurden bereits in alten Gebäuden verbaut, werden aus diesen abgebaut
und können in den meisten Fällen wiederverwendet werden. Unter den Begriff Historische
Baustoffe fallen beispielsweise alle verbauten Holzmaterialien,
Backsteine, Fenster, Türen oder Fachwerkbalken. Während man früher historische
Baustoffe in der Regel einfach beseitigte, wurde man sich in den vergangenen
Jahrzehnten zunehmend ihres Wertes bewusst. Immerhin kann man über sie Erkenntnisse
über die handwerklichen Verfahrensweisen in vergangenen Zeiten gewinnen.
Darüber hinaus kann man durch ihre Verbauung in neuen Gebäuden diesen eine
individuelle, historische Optik verleihen. Zu guter Letzt wird durch die
Verwendung von historischen Baustoffen bei neuen Gebäuden noch die Umwelt
geschont, da sie ja sozusagen recycelt werden und man einerseits weniger neue
Baustoffe herstellen und andererseits auch weniger Bauschutt entsorgen muss.
Um Historische Baustoffe zu bergen,
muss sehr sorgfältig vorgegangen werden. Dabei dürfen Gebäude mit diesen
Baustoffen nicht einfach abgerissen werden, sondern müssen vorsichtig abgebaut
werden. Zwar ist dies sehr zeitaufwändig, es ist jedoch der einzige Weg, um die
Baustoffe abzubauen, ohne sie zu beschädigen oder gar zu zerstören. Um die
gewonnenen Baustoffe katalogisieren zu können, werden sie zunächst gründlich
gereinigt und anschließend gezeichnet und fotografiert. Zur Klassifizierung der
Baustoffe müssen meist Spezialisten wie beispielsweise Archäologen hinzugezogen
werden, die beispielsweise das Alter bestimmen und den Wert festlegen. Dazu
bedienen sie sich verschiedener, standardisierter Verfahren.
Die aus alten Gebäuden wiedergewonnenen historischen Baustoffe können auf
verschiedene Arten weiterverwendet werden. Zunächst gibt es die Möglichkeit,
sie bei der Sanierung von Altbauten einzusetzen, da hier die Verwendung von
neuen Baustoffen naturgemäß problematisch ist. Durch die Verwendung von alten
Baumaterialien kann der historische Charme von Altbauten wunderbar erhalten
werden. Auch die Verwendung bei Neubauten aus Gründen der optischen Aufwertung
ist wie bereits erwähnt eine Option. Aber auch im Denkmalschutz finden die
historischen Baustoffe Verwendung, da man mit ihrer Hilfe Denkmäler
restaurieren kann, ohne dass diese ihren Denkmalcharakter und -status einbüßen.
Die Tradition, alte Baustoffe für neue Bauten wiederzuverwenden ist übrigens
schon Jahrhunderte alt. Baustoffe aus abgerissenen oder zerstörten Gebäuden
wurden so lange neu verbaut, bis sie nicht mehr verwendbar waren.
Besonders beliebt sind beim Verbauen der historischen Baustoffe beispielsweise
alte Dachziegel oder auch Mauerziegel, altes Bauholz oder auch Türbeschläge und
Stein- oder Dielenfußböden. Die Verwendung dieser und anderer historischer
Baustoffe wird heutzutage insbesondere bei Neubauten immer beliebter. Oft ist
die Motivation hierfür, dass man dem eigenen Haus ein stilvolles, individuelles
und gemütliches Äußeres verleihen will und dieses so von anderen Neubauten
abgrenzen will, die allzu oft zu einheitlich gebaut wirken. Meist liegt der
Verwendung alter Baustoffe also eine ästhetische Motivation zugrunde. Zu
beachten ist allerdings, dass die Baustoffe durch ihren historischen Wert
teurer sind als moderne Baustoffe beispielsweise aus dem Baumarkt. Das
Preisniveau lässt sich eher mit dem einer heutigen Individualanfertigung
vergleichen. Der recht hohe Preis wird aber auch dadurch relativiert, dass die
historischen Baumaterialien oft wesentlich hochwertiger sind als heutige
Baustoffe.